ZDF-Redaktionsvolontariat - bis 15.02.2026 bewerben
„Ich bin froh, dass ich mit meinem Drang nach dem „Warum“ Geld verdiene“, sagt eine der beliebtesten Moderatorinnen des ZDF heute-journal und des ZDF-Morgenmagazins moma, Dunja Hayali. Sie ist Absolventin in Sportjournalismus an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Nach ihrem Studium startete sie zunächst bei der Deutschen Welle, wo sie für über ihren Lieblingsverein Borussia Mönchengladbach berichtete, bevor sie Claus Kleber 2007 als Co-Moderatorin ins Flaggschiff, das ZDF heute-journal, holte.
Redaktionsvolontariat beim ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg, einem der größten Medienhäuser Europas. Rechte Ecke unten: das ZDF-Nachrichtenstudio, wo das heute-journal produziert wird. Komprimiertes Luftbild: https://FLY-FOTO.de Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Werner Riehm, Rechng. v. 02.02.22
Ist auch dein Ziel eine Karriere im Journalismus? In einem der größten Medienhäuser Europas, dem ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg, kannst du – wie Dunja Hayali - über die Themen unserer Zeit berichten. Und die Lebensrealität in allen aktuellen TV und digitalen Formaten des ZDF crossmedial abbilden. Das ZDF bildet ab 01. Oktober 2026 zwölf Volontäre aus, die
· nachgewiesene Spezialkenntnisse zu einem der großen Themen unserer Zeit besitzen,
· Leidenschaft für saubere Recherche, Storytelling und exzellenten Journalismus mitbringen und
· erste journalistische Erfahrungen durch ein Praktikum, freie Mitarbeit o.ä. nachweisen,
· Die Erfahrung mit eigenen Accounts auf Social-Media-Plattformen ist ein Plus.
Zwölf Volontäre starten am 01.10.2026 mit ihrem Redaktionsvolontariat beim ZDF. Foto: Uwe Kästner
Das Bewerbungsportal öffnet sich vom 05. Januar 2026 bis zum 15. Februar 2026. Hier eine Comedy über das Auswahl-Procedere: „Der letzte Platz.“
„Das ZDF sucht in diesem Jahr insbesondere junge Leute, die über unsere immer komplizierter werdende Welt berichten wollen“, sagt Sonja Schünemann, Leiterin des Redaktionsvolontariats: „Interesse besteht vor allem an Absolventen aus der Politikwissenschaft, den Wirtschaftswissenschaften, aus Artificial Intelligence, also KI, an Absolventen der Naturwissenschaften, der Geschichte oder der Rechtswissenschaft.“ Aber es gab auch schon Einsteiger, die an der KU Eichstätt Journalismus studiert hatten. Darüber hinaus sind Bewerbungen von allen willkommen, die über ein spezielles Fachwissen verfügen oder sich für ein Riesentalent halten. Auch ohne Studium, etwa ein Krankenpfleger – das ZDF will diverser werden.
Eine der beliebtesten Moderatorinnen des ZDF, Dunja Hayali, muss als “Weckfrau der Nation” um 03:45 Uhr aufstehen, um das moma zu moderieren. Foto: privat
Seit 2006 lebt Dunja Hayali, die „Weckfrau der Nation“, in Berlin-Kreuzberg in einer Altbau-Mietwohnung am Görlitzer Park und ist nach dem Aufstehen um 03:45 Uhr mit ihrem Motorrad in weniger als zehn Minuten im ZDF-Hauptstadtstudio Unter den Linden. Nach dem moma geht die Wahlberlinerin mit ihrer Hündin Wilma in den „Görli“. Ein riesiges, grünes Naherholungszentrum auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs, auf dem im Vorjahr 5.565 Straftaten registriert wurden – Rang 1 in Berlin: „Im ‚Görli‘ gibt es mehr Drogendealer als Bäume“, lacht Dunja Hayali. Angst hat sie dort keine. Zu laut, zu frech, zu links, zu Frau, und Maier heißt sie auch nicht – sie ist Zielscheibe für Querdenker und AfD-Anhänger. Doch vor allem ist sie wach, geradeaus und immer sie selbst. Kaum jemand setzt sich derart für Chancengleichheit ein.
“Platz der Köpfe” auf dem Mainzer Lerchenberg - der Eingang ins Sendezentrum des ZDF. Foto: Uwe Kästner
Wenn du – wie Dunja Hayali – für eine Redaktion des ZDF arbeiten willst, kannst du für eine Bewerbung um einen Platz im Redaktionsvolontariat schon heute das alles vorbereiten:
· Bring deinen Lebenslauf auf den aktuellen Stand.
· Wähle Arbeitsproben aus, auf die du stolz bist und die zeigen, was du bereits kannst.
· Das ZDF verzichtet auf ein Anschreiben, erwartet aber, dass du die Fragen im Portal beantwortest.
· Erstelle deinen Volontariats-Pitch: Überzeuge das ZDF in der Zeit einer zweiminütigen Aufzugfahrt;-)
Dein Pitch gliedert sich in zwei Teile:
Teil 1: "Du" in Kürze (30 Sekunden)
· Wer bist du? (Name, Studiengang/Ausbildung/Fachgebiet)
· Warum Journalismus? (Deine Motivation, deine Kernkompetenz – z.B. "Ich brenne für Datenjournalismus"
· Oder: “Ich kann komplexe Themen einfach erzählen.”
· Warum ZDF? Warum öffentlich-rechtlicher Rundfunk? Welchen Bereich möchtest du später prägen?
Teil 2: Die Erklär-Challenge (90 Sekunden)
Wähle ein Thema, das dich fasziniert, und erkläre einen komplexen Aspekt dieses Themas so, dass es jemand ohne Vorwissen sofort leicht versteht. Wenn du etwas besonders gut kannst – zeig es in deinem Pitch. Gesucht sind Menschen, die überraschen, die neugierig bleiben und die das ZDF mit neuen Ideen bereichern wollen. Lade das Video bei YouTube, Tiktok, Instagram oder in deiner Dropbox hoch und poste den Link ins ZDF-Bewerbungsportal.
Dinge zu hinterfragen oder zu netzwerken - alles Eigenschaften, die als Volltreffer für einen erfolgreiche Start ins ZDF-Redktionsvolontariat wichtig sind. Foto: Uwe Kästner
Aber wer ist als Redakteur besonders geeignet? Eva Schiller (33) absolvierte nach einem Journalistik-Studium in Hannover ihr ZDF-Redaktionsvolontariat bis 2005, bevor es ins Landesstudio Hessen, ins mo:ma nach Berlin und als Korrespondentin ins ZDF Studio Wien ging. Nach einer weiteren Station in Stuttgart wurde sie 2024 Leiterin des ZDF-Landesstudios Bayern in Unterföhring. Schiller: „Bestimmte „Do’s und Don’ts“ prägen den Reaktionsalltag:
Do’s
- Kreativität
- Crossmedial denken
- Teamwork
- Dinge hinterfragen
- Netzwerken
- Über den Tellerrand schauen
- Absolute Abwechslung.
Don’ts
- Eindimensional denken
- Auf Aufträge warten
- Angst vor Verantwortung
- Kritik sehr persönlich nehmen
- Routine mögen
- Klassische Büroarbeitszeiten“
- Aktionismus und Journalismus
- Wer sich für Fridays for Future - oder politische Parteien engagiert, kann nicht neutral berichten
„Ich bin froh, dass ich mit meinem Drang nach dem „Warum“ Geld verdiene“, sagt Dunja Hayali, eine der beliebtesten ZDF-Moderatorinnen im moma und im heute-journal, dem Flaggschiff des ZDF. Foto: Uwe Kästner
Dunja Hayali sucht die Konfrontation und ist reichlich tätowiert. „Wenn mein Vater einen Fehler machte, konnte das tödlich enden, bei mir nicht“, sagt die katholische Arzttochter aus dem westfälischen Datteln lachend, die im Weltmeisterjahrgang 1974 geboren wurde. “Wir haben in Deutschland im Geburtslotto gewonnen und ich persönlich musste mich als Deutsch-Irakerin nie zwischen zwei Identitäten entscheiden.“ Sie erzählt von ihrer Zeit als Messdienerin. Und dass sie Mitglied in allen Sportvereinen war, die es überhaupt gibt, insbesondere in Fußball, Volleyball und Judo. „Während des Fußballspiels interessieren Herkunft oder Hautfarbe niemanden. Wir müssen daran arbeiten, dass es auch nach dem Abpfiff dabeibleibt.“
… bis 15.02.2026 ist eine Bewerbung für das ZDF Redaktionsvolontariat bei den Mainzelmännchen möglich. Foto: Uwe Kästner
Für eine aktuelle Bewerbung im ZDF-Redaktionsvolontariat – Start 01.10.26 - wirst du gebeten, ein Bewerbungsvideo zu drehen und zu schneiden. Entscheide, ob du dich
- für den fiktionalen Bereich, also Filme/Serien/Shows oder
- für den nicht-fiktionalen Zweig, nämlich Nachrichten, Dokumentationen, Magazine oder Shows
bewerben möchtest und wähle die passende Aufgabe aus.
1. Fiktionaler Zweig: Schaue die ersten Folgen der Comedy-Serie „Ich Dich auch!“ und erstelle eine 5-minütige Rezension im Videoformat, z.B. mit dem Smartphone:
· Vergleiche mit anderen Formaten
· Wie funktioniert „Ich Dich auch!“?
· Für welche Zielgruppe ist „Ich Dich auch!“ gemacht?
· Was sagst du zum „Look & Feel“?
· Was fällt dir an den Figuren auf?
2. Nicht-fiktionaler Zweig: Produziere ein Video, das eine junge Zielgruppe auf Instagram oder TikTok ansprechen soll.
a) Porträtiere eine Person, die in der Energiekrise die Welt ein kleines Stückchen besser machen will oder
b) Suche dir eine aktuelle Schlagzeile aus und erstelle dazu ein kurzes Info-Format.
Lade Dein Video bei Instagram/TikTok oder auf YouTube oder Vimeo hoch und gib den Link im Onlinebewerbungsportal an.
„Acht-bis neunhundert Bewerber durchlaufen unser Auswahlverfahren“, so die Journalistin Ulrike Koschwitz, Vorgängerin von Sonja Schünemann als Referentin Redaktionsvolontariat. „Zuletzt waren es 1.270 Bewerber bei sechzehn Zulassungen (1: 79).“
Der mehrstufige Auswahlprozess: Wenn deine Unterlagen, dein Film und dein Testergebnis die Volo-Kommission überzeugen, wirst du vom ZDF zum Assessmentcenter am 21.04.26 oder 22.04.26 nach Mainz eingeladen.
Kandidaten, für die sich das ZDF nach dem Assessment entscheidet, lernen am 13.05.26 in der letzten Auswahlrunde ZDF-Intendant Norbert Himmler, ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke und ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten und andere kennen. Schiller: „Es ist ein Speed-Dating mit Fragen zur Person: In der Runde versammelt sich die gesamte Chef-Etage des ZDF auf acht verschiedenen Sofas.“ Ende Mai 2026 steht die Auswahl fest.
Die Seminare finden in Präsenz auf dem Mainzer Lerchenberg statt – die Vergütung liegt bei 2732,78 Euro brutto. Einzelne Phasen finden aber auch im Landesstudio statt, etwa in Unterföhring. Es geht um Themen aus den Ländern, die bundesweit Relevanz besitzen. Wie sieht der Tagesablauf im ZDF-Landesstudio Bayern aus? „In der morgendlichen Redaktionssitzung um 10:00 Uhr geht es um die Frage, welche Inhalte für welche Formate interessant sind. Gibt es „Bestellungen“ aus Mainz? Interviews werden in KI eingespeist, um digital einen Beitrag zu entwickeln: Schnell sein ist alles! Wer hat welche Themen in Bearbeitung? Aber es gibt auch eine Themenrecherche in sozialen Medien – und Stichwort crossmedialer Reporter: Auch mobiles Reporting ist durchaus üblich, wo du mit dem Handy unterwegs bist“, so Schiller. „Ein Redaktionspraktikum im Landesstudio Bayern als ersten Einstieg ist gerne möglich, schreibt mir einfach: schiller.e(at)ZDF.de
In der ersten Werkstattphase bekommst du das grundlegende Handwerkszeug vermittelt. Von journalistischen Sorgfaltspflichten und Recherche über News und Wissen über unterschiedliche Plattformen bis zu deinem ersten Magazin-Beitrag. Im Anschluss wendest du das Erlernte direkt in einer Nachrichten- oder Magazinredaktion an.
Dunja Hayali nimmt Einfluss auf die Gestaltung der Sendung und die Wahl der Studiogäste. Sie stimmt das Interview mit dem Leiter der Sendung und dem Schlussredakteur ab. Kleines Foto: Verena Berg
Dunja Hayali nimmt Einfluss auf die Gestaltung der Sendung und die Wahl der Studiogäste im moma. Sie stimmt das Interview mit dem Leiter der Sendung und dem Schlussredakteur ab: „Aber ich gehe mit einem ungepackten Koffer in das Gespräch: Kopf hoch und nicht die Hände!“ Hayali klagt, dass sie als Journalistin kaum Zeit hat zu recherchieren. Es geht nach Neuigkeit und Relevanz: „Ja, wir selektieren. Es ist das Handwerk.“ Ist es belastend, vor Millionen von Zuschauern zu zweit freisprechend zu moderieren? „Ne, das blende ich aus.“
„Vom Filmautor zum Sitzredakteur“: Mit der Kritik zahlreicher ZDF-Redakteure beschäftigte sich auch der ZDF-Redakteursausschuss unter der Leitung ihres Sprechers Hubert Krech: „Der rasende Reporter mit Kamerateam, der kreative Künstler im Schneideraum – eine auch romantisch verklärte Epoche geht zu Ende. Für immer mehr Kolleginnen und Kollegen sieht das ZDF als Berufsbild den „Sitzredakteur“ vor: Den Content-Manager am Schreibtisch einer Plattform-Redaktion, die für unterschiedliche Sendungen formatgerechte Inhalte organisiert.“
In der zweiten Werkstattphase geht es dann einen großen Schritt weiter: Du drehst gemeinsam mit Handy und EB-Team, lernst die Dramaturgie von längeren Stücken und probierst dich im Schalten-Training auch vor der Kamera aus. Alle Volontäre verbringen die zweite Praxisphase in einem ZDF- Landesstudio. Anhand der individuellen Stärken und der Motivation wird ein konkreter Ausbildungsplan erstellt. Eine mindestens einjährige Übernahme nach dem Volontariat wird garantiert.
Welche Alternativen gibt es?
TU Dortmund: B.A. Journalistik mit integriertem Volontariat
Bei einem Bachelor-Studium am Dortmunder Institut für Journalistik ist ein Redaktionsvolontariat, etwa beim ZDF, dem WDR, BR, SWR, ntv oder einem anderen Partner als fester Bestandteil des Studiums integriert. Den Volontariats-Plätzen stehen nur sehr wenige Bewerber gegenüber.
Journalistik an der TU Dortmund: Das “Dortmunder Modell” sieht ein integriertes Redaktionsvolontariat im 7./8. Semester, u.a. beim ZDF, vor. Foto: Uwe Kästner
Nach der Frühsendung „Toaster“ läuft „KURT – der Morgen in eldoland*.“ Um Fußball geht es in „Nachschuss“ und „dreimal gelb“. eldoradio* sendet täglich 24 Stunden auf UKW 93,0 und Kabel 88,4. Der Sendemast steht fest montiert auf dem höchsten Gebäude der Dortmunder Uni: Dem Mathe-Tower. Daneben gibt es die Fernsehlehrredaktion des NRW-weiten TV-Lernsenders NRWision mit einem großen Fernsehstudio mit Regie und Aufnahmeleitung, 24 festangestellten Mitarbeitern und 10 Mediengestaltern Bild und Ton in Ausbildung: „Setaufbau, Einleuchten oder Moderation mit Kamera: Das ist ein Wechselspiel, bei dem es um das Wissen über die andere Seite geht“, sagt Prof. Dr. Michael Steinbrecher, Absolvent der TU Dortmund in Journalistik, der 330 mal das aktuelle sportSTUDIO moderierte. Außerdem: Das Campusmagazin mit dem gleichnamigen Online-Portal „KURT“.
Journalistik mit integriertem Volontariat an der TU Dortmund studieren - die Medienpartner. Quelle: TU Dortmund.
In allen vier Lehrredaktionen werden die Studierenden des Instituts für Journalistik vom zweiten bis 6. Semester ausgebildet. Dem Institut ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis besonders wichtig, genannt „Dortmunder Modell.“ Denn nach der Bachelor-Arbeit im 6. Semester kommt der Höhepunkt: Das integrierte Volontariat im 7./8. Semester bei einem der 60 Medienpartner.
Enge Verzahnung von Theorie und Praxis im Dortmunder B.A. in Journalistik. Hier: Lehrredaktion Hörfunk, wo das Programm des Senders eldoradio* - 24Stunden live auf UKW - entsteht. Foto: Uwe Kästner
Angeboten werden:
- 35 Plätze B.A. Journalistik bei einem NC von zuletzt 1,8, in den Vorjahren meist 1,9. Nebenfach (20%) mit 30 ECTS zum Beispiel Sport – keine Eignungsprüfung, nur Sportabzeichen in Silber oder Politik oder Recht an der Ruhr-Uni Bochum, Anglistik oder Wirtschaft – in der ersten Semesterwoche entscheiden und mit Matrikelnummer immatrikulieren. Auch möglich, zwei Nebenfächer zu belegen. Aber in einem der beiden Nebenfächer muss die vorgeschriebene Zahl an ECTS erfüllt werden.
- 20 Plätze B.A. Wirtschaftspolitischer Journalismus – zuletzt alle zugelassen. Viel VWL sowie Makroökonomie an der Wirtschaftsfakultät (50%). Mit wenig Aufwand kann man den B.Sc. in VWL oben aufsetzen. Volontariat bei Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung - Wirtschaftsteil, Fokus Money,
- 12 Plätze B.A. Wissenschaftsjournalismus mit den Schwerpunkten Bio/ Medizin oder Physik oder Ingenieurwissenschaften oder Datenjournalismus: Stichwort Panama-Papers – zuletzt alle zugelassen
- 10 Plätze B.A. Musikjournalismus – kein Volontariat
- Zusätzliche Plätze für Bewerber mit abgeschlossenem 1-jährigem Volontariat – werden alle zugelassen
- In der Summe ca. 100 Erstsemester bei ca. 800 Bewerbern - nur zum Wintersemester Zulassungsvoraussetzung ist ein 6-wöchiges Vorpraktikum oder 6 Monate als freier Mitarbeiter vor Studienbeginn. Nico Ebmeier: „Ich arbeite als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten und habe die Honorarabrechnungen und 2-3 Arbeitsproben an Judith Weber geschickt. Es wird eine gewisse Regelmäßigkeit erwartet – jede Woche ein Beitrag.“ In den letzten zwei Jahren war die Regelung pandemiebedingt ausgesetzt. Doppelbewerbungen verbessern die Bewerberchancen wegen der Priorisierung jedoch nicht.
Journalistik mit integriertem Volontariat auf dem Campus der TU Dortmund studieren. Hier: Die Nachbarn ;-) Foto: Uwe Kästner
Das integrierte Volontariat wird angeboten z.B. bei ZDF (3 Plätze, wollen sich maximal 5-6 Studierende im Gespräch anschauen), WDR (12 Plätze, 24 Bewerber), BR, SWR, ntv. Bewerbung mit Arbeitsproben aus der Lehrredaktion. Falls sich mehr Kandidaten für bestimmtes Volo bewerben, trifft die Hochschule in einer Kommission mit Judith Weber eine Vorauswahl anhand der Noten.
Der M.A. in Journalistik dauert nur zwei Semester, setzt aber das einjährige Volontariat voraus. Die S-Bahn erreicht den Campus der TU in weniger als zehn Minuten (unterirdisch) – die einzelnen Institute oder Lehrredaktionen sind in wenigen Minuten zu Fuß zu finden.
Auch die Universität Leipzig bietet in ihrem Master of Science in Journalismus ein integriertes Volontariat, etwa bei ZDF oder beim MDR, an.
Von M94,5 Mediaschool Bayern ins ZDF-sportSTUDIO: Jochen Breyer
„Jeder kann sich an den Tag erinnern, als er zum ersten Mal ‚on air‘ gegangen ist. Und zuhause die ganze Familie am Radio…“, sagt Junior-Producer Florian Böhm. Wer als Studierender oder Azubi an der Mediaschool Bayern M94,5 mitmachen will, braucht eine wunderschöne Stimme, Herzblut und viel Engagement - an nur einem Tag in der Woche. Der geht komplett für die Arbeit in einem gewählten Ressort, wie Sport, Musik oder Politik sowie die Arbeit im Tagesteam drauf. Hier kann sich jeder austoben, denn das 24-Stunden-Radioprogramm und die Beiträge auf muenchen.tv sollen vor allem tagesaktuell sein.
Wer als Studierender an der Mediaschool Bayern M94,5 mitmachen will, braucht eine wunderschöne Stimme, Herzblut und viel Engagement - an nur einem Tag in der Woche. Foto: Uwe Kästner
Jochen Breyer: „Es war vor allem die Arbeit in der Sportredaktion vom M94,5 während meiner Studienzeit, die mich weitergebracht hat.“ Gerne erinnert er sich an seine VWL-Vorlesungen im Audimax der LMU. Breyer findet, dass der Weg gerade von M94,5 in die Medien längst nicht so weit ist, wie mancher denkt: “Wie man eine Anmoderation schreibt oder einen Beitrag schneidet - nach M94,5 kann man das alles schon. Und jeder hat sich schon mal einen Riesen-Versprecher im Live-Programm geleistet, das darf man bei M94,5.“
Jochen Breyer (links) kam über eine Ausbildung in der Sportredaktion von Mediaschool Bayern M94,5 ins aktuelle sportSTUDIO: “Der Weg ist längst nicht so weit, wie mancher denkt.” Foto: Uwe Kästner
„Der Tag bei M94,5 fängt recht früh an, 08:15 Uhr Themenvergabe in der Morgenkonferenz mit dem Chef vom Dienst. Es geht vor allem um tagesaktuelle Berichterstattung - unabhängig vom Ressort“, so Programmleiter und DJS-Absolvent Klaus Kranewitter. Es folgen Telefonate und Interviewtermine. „Später essen wir alle zusammen. Und wenn ihr mit den O-Tönen zurück in den Sender kommt, produziert ihr euren Beitrag selber und der Sendetermin ist oft noch am selben Tag.“ Florian Böhm: „Für vierundzwanzig von ihnen wird das heute ihr Einstieg ins Team. Ich kenne niemanden, der nach 2 Semestern aufgehört hat. Letztes Semester haben 172 mitgemacht. Wenn alle zusammenkommen, platzt der Sender im AGROB-Medienpark in Ismaning aus allen Nähten. Aber keiner ist 5 Tage da, es verteilt sich.“
Schulungen durch Profis vom Bayerischen Rundfunk, aber auch von anderen Gesellschaftern wie Pro7Sat1, RTL II, Sky oder Sport1 begleiten den Einstieg bei Mediaschool Bayern M94,5. Foto: Uwe Kästner
Los geht’s mit ersten Schulungen durch Profis vom Bayerischen Rundfunk und anderen Förderern: Wie man Interviews führt und mit der Sprache arbeitet. 1996 wurde der Sender M94,5 als eingetragener Verein gegründet, ist also schon volljährig. Gesellschafter sind die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, Antenne Bayern, die Stadt München, der BR, Pro7Sat1, RTL II, SKY, die BAF Bayerische Akademie für Fernsehen und Digitale Medien, Radio Energy, Sport 1 und andere.
Gesellschafter sind die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, Antenne Bayern, die Stadt München, der BR, Pro7Sat1, RTL II, SKY, die BAF Bayerische Akademie für Fernsehen und Digitale Medien, Radio Energy, Sport 1 und andere. Quelle: M94,5
Florian Zschiedrich: Über ein Praktikum beim ZDF fester freier Mitarbeiter werden
“Warum sind acht österreichische Skiläufer besser, als der erfolgreichste deutsche Skiläufer. Und was machen die Österrreicher so viel anders?” Wenn Florian Zschiedrich (39) den Sport im ZDF-Morgenmagazin moderiert, muss er um 02:50 Uhr morgens aufstehen. Er lacht: „Augen auf bei der Berufswahl!“
Berichtet über den Sport im ZDF moma, im aktuellen sportSTUDIO und in heute: Florian Zschiedrich (39) aus Berlin. Foto: privat
Wie sind sie zum Sportjournalismus gekommen?
Florian Zschiedrich: „Mein Vater Christian hat an der DHfK Leipzig Sport studiert, den Trainerschein beim DFB gemacht und als Sportlehrer gearbeitet. 25 Jahre moderierte er auf dem Berliner Lokalsender Spreekanal die Sendung „TV Sport in Berlin“ - von der Hertha, den Eisbären bis zu den Füchsen. Schon während meiner Schulzeit durfte ich da immer wieder ein bisschen rumprobieren, manchmal Spiele zusammenfassen oder Erfahrungen mit einem Schnittprogramm sammeln. Während meiner ersten Gehversuche habe ich unterschiedliche Blickwinkel, wie den des Kameramanns, erlebt. Und gesehen, dass ein Interview mit einer anderen Person gar nicht so schlimm ist. Während meiner Studienzeit an der Freien Universität in Berlin-Dahlem in Politikwissenschaft habe ich dann erste Praktika beim ZDF-mo:ma in Berlin und beim SWR in Stuttgart gemacht. Vor zwölf Jahren bekam ich beim ZDF meinen ersten Vertrag in der Redaktionsassistenz als freier Mitarbeiter mit 40 Arbeitstagen pro Jahr.“
Ist es in ihren Augen ein Plus, Journalistik/ Sportjournalismus zu studieren? Oder finden sie es besser, sich eher breit aufzustellen?
Florian Zschiedrich: „Ich bin ein klarer Verfechter der Einstellung, mich allein von meiner Begeisterung und Leidenschaft leiten zu lassen. Sowohl der Weg über eine Journalistenschule, als auch ein klassisches Studium führen zum Ziel. Aber an einer Journalistenschule – egal ob DJS, ems oder Macromedia – hat man den Vorteil, sich über die zahlreichen unterschiedlichen Lehrbeauftragten aus der Praxis ein Netzwerk aufbauen zu können. Und das hilft ungemein, wenn ich da oder dort ein Praktikum machen will. Aber wenn es um die Frage geht, „Wie transportieren wir Inhalte?“, gibt es nicht nur die ZDF-Mediathek. Das aktuelle sportSTUDIO ist auch auf TikTok, Instagram oder Facebook vertreten. Und als klassischer Einsteiger-Praktikant ist gerade meine Vielseitigkeit von Nutzen. Denn jeder Beitrag muss für jede Plattform neu geschnitten und anders formatiert werden. In dieser Situation sind auch technische Kompetenzen gefragt.“
Spielt es bei meinem späteren Ansatz beim ZDF eine Rolle, ob ich über das ZDF-Redaktionsvolontariat oder als Quereinsteiger gekommen bin?
Florian Zschiedrich: „Es ist mehr als sechs Jahre her, dass ein Mitarbeiter der ZDF-Sportredaktion fest angestellt wurde. Das ganze Gerüst der Sportberichterstattung des ZDF ist dagegen heute auf freie Mitarbeit aufgebaut. Egal, ob ich als Volontär oder über ein Praktikum als Quereinsteiger komme. Und über Politik wollte ich nie berichten. Vertraglich sind mir als „fester Freier“ aktuell 110 Arbeitstage vertraglich zugesichert. Es ist ein Geben und Nehmen. Wenn ich meinen Zweitjob bei der Deutschen Welle ausüben will oder keine Zeit habe, sage ich einfach: ‚Da geht es nicht!‘ Es ist zu meinem Lebensmodell geworden. Ich mag die Freiheit und Abwechslung sehr.“
Was wird von einem Praktikanten beim ZDF erwartet? Und worauf legt man besonderen Wert?
Florian Zschiedrich: „Klar ist, dass sich der Praktikant in dem gewählten Ressort grob auskennt. Im redaktionellen Bereich sollte er sich in die aktuelle Thematik reindenken können. Und eigene Ideen und Engagement zeigen. Damit am Ende ein bis zwei Leute sagen, von dem kommt was rüber und der denkt mit. Ich habe mein erstes Praktikum beim ZDF-moma vor 17 Jahren gemacht. Nach meinem Studium bekam ich wegen einer freien Vakanz 2012 meinen ersten Vertrag als Redaktionsassistent. Ich durfte Hintergrundbilder aussuchen, mit denen man die Geschichte hinter dem Moderator visualisieren kann. Und „Bauchbinden“, also Inserts, zusammenbauen. Dabei hatte ich Gelegenheit, die redaktionellen Abläufe und Systeme kennen zu lernen und erste Beiträge zu kommentieren. Meine Rhetorik – learning by doing. Im Laufe der Zeit bekam ich immer mehr Arbeitstage in meinen Vertrag. Castings gibt es beim ZDF nicht. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass ein Praktikant nicht nur Interesse hat, sondern es auch zeigt. Und sich traut, Fragen zu stellen. Wer Lust hat, sein Praktikumssemester beim ZDF Berlin im mo:ma zu absolvieren und wie ich um 02:50 Uhr morgens aufzustehen, hat keine sehr große Konkurrenz (lacht). Wer dagegen einen Nebenjob zwei Jahre lang beim ZDF ausübt, wird nach diesem Zeitrahmen nicht mehr als freier Mitarbeiter engagiert werden. Hier der Instagram-Kanal von Florian Zschiedrich.